Eisenbahnfreunde Nagold e.V.
Pressebericht: Klebbähnle ist wieder da
Bericht im Schwarzwälder Bote “Das Klebbähnle ist wieder da”
Veröffentlich am 16.08.2023 Quelle: http://www.schwarzwaelder-bote.de
Oberbürgermeister Jürgen Großmann ist bei der ersten Fahrt des neuen "Klebbähnle" Lokführer. Foto: Begemann; Schwarzwälder-Bote
Von Daniel Begemann Nagold. "Vorsicht bei der Einfahrt des Zuges!", ruft ein Mitglied der Eisenbahnfreunde Nagold e. V. . Hinter einer grün-roten Lok sitzt OB Jürgen Großmann. Er steuert die Eisenbahn mit drei voll besetzten Anhängern. Die Szene trägt sich nicht am Bahnhof zu, sondern im Stadtpark Kleb. Es ist die erste Fahrt eines neuen "Klebbähnles" seit der Landesgartenschau in Nagold. "Wir dachten, dass sie bei der Landesgartenschau einmalig sein würde, doch wir haben die Gleise nicht abgebaut, hoffend, dass der Fahrbetrieb weitergeführt werden wird.", sagt Großmann. Die Hoffnung bliebt nicht unerfüllt. Die Eisenbahnfreunde wollen den Versuch wagen und das Klebbähnle mit einer neu gekauften, elektrisch betriebenen Zugmaschine bei gutem Wetter an jedem Wochenende samstags und sonntags zwischen 11 und 18 Uhr zu betreiben.
Der Betrieb in diesem Jahr solle zunächst ein Test sein, um zu sehen, wie groß die Resonanz ist. Die Stadt habe mit den Eisenbahnfreunden zunächst einen Vertrag für ein Jahr abgeschlossen, sagt Großmann. Für die Stadt sei das Klebbähnle als zusätzliche Attraktion ein Mosaikstein in dem Plan, mehr Tagestouristen nach Nagold zu locken. Passagiere, die die 416 Meter lange und rund fünf Minuten dauernde Rundfahrt um den Kleb machen, bezahlen ab einem Alter von drei Jahren einen Euro. Die drei Wagen, auf denen jeweils fünf Erwachsene oder zehn Kinder Platz finden, sind vom Schwäbischen Eisenbahnverein Kürnbach e. V. ausgeliehen. Gezogen werden sie von einer Lok der Firma Thul. Dabei handelt es sich um ein Modell einer Deutz Diesellokomotive, nachgebaut im Maßstab eins zu drei. Sie wiegt etwa 250 Kilogramm und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu acht Kilometern pro Stunde. Im Kleb wird sie mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fünf bis sechs Kilometern pro Stunde fahren. Ein 0,75 Kilowatt-Elektromotor treibt über ein Getriebe und die außen liegenden Gestänge die Räder an. Clever ausgetüftelte Elektromobilität steckt dabei in dem "Klebbähnle": Beim Bremsen wird der Motor zum Generator, der die Bremsenergie zurück in die Batterie speist. Die 24-Volt-Batterie reicht so für etwa 70 Runden mit beladenen Wagen. Das entspannende Freizeitvergnügen kostete die Eisenbahnfreunde viel Mühe. Von Juni an waren freiwillige Helfer des Vereins damit beschäftigt, die Anlage wieder in Stand zu setzen. Witterungsbedingte Schäden mussten beseitigt werden, der Schienenkreis repariert, die Gleise teils neu verlegt und Warnschilder aufgestellt werden. Die Sicherheit der Anlage ist durch eine Abnahme durch den TÜV gewährleistet. Zudem müssen zahlreiche Bestimmungen des Landesseilbahngesetzes erfüllt werden. Auch der Betrieb der Bahn ist aufwändig. Deshalb stellen die Eisenbahnfreunde den Betrieb ihrer Anlage im Teufelareal an diesem Wochenende ausnahmsweise ein. Auf demselben Areal bewahrt der Verein die neue Lok und die Wagen auf. Bis das Gefährt von dort aus im Kleb einsatzbereit ist, sind zwei Stunden Vor- und Nachlauf nötig. Damit die Fahrt mit dem "Klebbähnle" dann auch reibungslos verläuft, vergewissern sich die Helfer, dass nirgends auf der Strecke Hindernisse oder Schäden zu Behinderungen führen.